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Was kann ich üben? – Wie kann ich üben? –

Wir besitzen ein Instrument, dass wir immer und überall dabei haben: im Auto, an der Bushaltestelle, beim Waldspaziergang, beim Gang entlang der Straße, an der Supermarktkasse, ...

Das ist unsere Stimme und unser ganzer Körper.

Ich als Sänger habe kaum einen Grund, zu sagen, ich habe heute keine Möglichkeit mit meinem Instrument zu üben und zu praktizieren.

Ich könnte sagen, ich habe keine Lust zu singen, was lediglich die Frage nach der Sinnlichkeit und dem Sinn meines Tuns impliziert. – Die Antwort darauf ist schlicht: Singe sinnlich. Singe aufmerksam und neugierig mit allen Sinnen. Singe lustvoll. – So einfach ist das.

Im Folgenden einige grundlegende Übungen, die auch nach Jahren des Fortschritts immer wieder sinnvoll sind.

Oft reicht es schon aus, zunächst nur eine Übung beherzt und konsequent über mehrere Tage zu praktizieren, was dann oft positive und befriedingende Auswirkungen auf weitere Bereiche des Singens hat.


Sing Ten Minutes:

"I want all of you to do this! From today onward. It will take 10 minutes – that‘s all. – Ten. – I want you to take a timer, like a cookingtimer, set it for 10 minutes – and sing for ten minutes. – Improvise – Don't sing a song. Don't sing something that you allready know. – I want you to improvise. – I want you to open your mouth and start singing – now." (Bobby McFerrin, Stimmenwerkstatt Lörrach, 2007)

siehe dazu auch McFerrin in Arhus und McFerrin Interview (17:35 – 20:15)


Einsingen und Stimmpflege:

Ständig neue Artikel und Tips rund um das Singen und die Stimme gibt es im voice·council magazine

Stephan Görg, u.a. Professor an der HfMT Köln und Initiator dort jährlich stattfindenden Voc Cologne, sagt: "Was ich nicht vorher gesammelt habe, kann ich nicht von mir geben", d.h. Stimme und Klang über Tönen auf "m" und "n" sammeln und dann sukzessive die Stimme über Vokale öffenen. Zum Beispiel eine bekannte Melodielinie erst auf "hm" oder "hn" summen und dann über "uuh–ooh–aah–eeh–ääh–iih" intonieren.

Mitsingen zu der Tutorial-CD Flight – und zwar dort zu den Tracks:
1. Long Tones
2. Everything is Breath
3. Personal Language
5. Major AscendingMinor Descending
6. Call and Response

Hear It and Sing It! von Judy Niemack – ein kompaktes und preiswertes Buch mit sehr gut produzierten Playbacks auf CD zum Mitsingen. Ideal zur Gehörbildung und für's Intonations-, Improvisations- und Scat-Training über die 9 Basis-Skalen (Kirchentonleitern).

Seth Riggs Übungen als effektives Stimmbildungs- und Intonationstraining und speziell die "Liprolls" (01 und 02) als "warmup" und "cooldown", als Massage, ja als regelrechtes Pflegebalsam für den Stimmtrakt, da die Stimmlippen durch das Blubbern automatisch maßvoll im Schwingung bleiben, aber nie überansprucht werden können:
Riggs00 Intro
Riggs01 liproll RiggLine
Riggs02 tongueroll RiggLine
Riggs03 liproll ZigzagLine
Riggs04 tongueroll ZigzagLine

Daneben gibt es viele weitere Methoden und Ansätze, wie zum Beispiel die Funktionale Stimmbildung des Lichtenberger Instituts oder die Complete Vocal Technique (CVT) von Cathrine Sadolin, die es auch als Buch gibt.


Gehörbildung, Harmonielehre & Intonations-Übungen:

– Über eine Drone (Bordunton) frei improvisieren.

– Über ein Bass-Riff, bestehend aus nur einer Tonhöhe (in diesem Beispiel das Miles-Davis-Motiv "Jean-Pierre") frei improvisieren.

– Solo über One-Note-Groove: Ein Partner oder die Gruppe wiederholt regelmässig einen Ton als rhythmisches und tonales Geländer, auf das sich der Solist stützt und bezieht. – Beispiel: Arena delle Vittorie, 2008

– Ich improvisiere nur in einer Tonhöhe. – In allem anderen bin ich frei: Lautstärke, Klang, Notenlänge, Notenfolge, ... – möglicherweise baut sich ein Drang nach weiteren Tonhöhen auf. Erst wenn ich diesem Drang eine Zeit lang standhalte und das Spiel mit der einen Note weiter auslote und auskoste, erlaube ich mir irgendwann die Hinzunahme einer zweiten Tonhöhe. Aber ich muss von dieser zweiten Note dann noch immer keinen Gebrauch machen. – Vielleicht erlaube ich mir igendwann aber auch das Hinzuziehen einer dritten Note (Tonhöhe).

– Einzelübung "Anker-Note": Ich intoniere zunächst eine Tonhöhe, die mir gerade in den Sinn kommt oder die ich mir mit einer Stimmpfeife, Stimmgabel, Keyboard oder einem anderen Instrument vorgebe. – Diese Note wiederhole ich eine zeitlang und präge sie mir ein. – Dann beginne ich in Intervallen improvisierend zu anderen Tönen zu wechseln, dabei aber immer wieder zu meiner "Anker-Note" zurückzukehrend. Von diesem Anker aus unternehme ich immer weitere Ausflüge auf's offene Meer und ganze Reisen in andere Welten. – Wenn es mir zu stürmisch wird, kehre ich zu meinem Ankerplatz zurück. Mit der Stimmpfeife oder dem Klavier kontrolliere ich, ob ich wirklich wieder zu meiner Anker-Note zurückgekehrt bin.

Diese, nur auf einer Grundnote basierenden Übungen, schärfen das Tongedächtnis, lassen mir aber die Freiheit, über verschiedene Skalen und Tonarten zu improvisieren.

Sehr zu Empfehlen für Gehörbildung und Harmonielehre sind zum Beispiel die Tutorial-Videos von Klaus Kauker und die Tutorial-Seiten Chor live Musikkunde

Intervalle singen und bestimmen. Zum Beispiel mit dem kostenlosen Online-Trainer bei Klaus Kauker oder dem Intervall-Ear-Trainer und dem Intervall-Calculator bei musictheory.net

Akkorde bewußt machen, intonieren und bestimmen bei Kauker oder mit dem Chord-Ear-Trainer und dem Chord-Calculator bei musictheory.net.

Tonleitern (auch Skalen oder Modi genannt) am Keyboard bewußt machen, nachsingen und mit dem Scale-Ear-Trainer bei musictheory.net üben:

1·2·34·5·6·78 Dur (Ionisch)
1-2-34-5-67-8 Mixolydisch 7-
1-2-3-45-6-78 Lydisch +4

1·23·4·56·7·8 natürlich Moll (Aleolisch)
1-23-4-56--78 harmonisch Moll +7 (orientalischer Klang)
1-23-4-5-6-78 melodisch Moll +6 +7 (unten Moll, oben Dur)
1-23-4-5-67-8 Dorisch +6 (mittelalterlich)
12-3-4-56-7-8 Phrygisch 2-
12-3-45-6-7-8 Lokrisch 2- 5-

Erst die ganze Skala rauf und runter singen. – Dann nur die ersten 5 Töne und die letzten 4 Töne singen. – Dann in den Skalen Trepp' auf, Trepp' ab, hin und her springen. Dann größere Intervallsprünge wagen. – Die Finger einer Hand dabei als imaginäres Keyboard einsetzten. – Bekannte Kinderlieder (Hänschen klein, Fuchs du hast, Alle meine Entchen) statt in Dur, in Moll singen, dann in weitere andere Skalen übertragen und singen. – Über die geübte Skala improvisieren, dabei über eine Oktave hinausgehen.

Bachpreluden vokal intonieren. Beispiel: Menuet 3 oder Prelude 1 oder Bach's Air, dafür behaarlich einige Wochen Zeit nehmen und reifen lassen.

Wer tiefer in die Harmonielehre einsteigen möchte, dem sei zum Beispiel Frank Haunschild und des Weiteren Frank Sikora empfohlen.


Rhythmusgrundlagen:

Ein guter Einstieg dazu gibt Klaus Kauker in seinen I-got-Rhythm-Videos

Zur Musik aus dem Radio oder zu Zufallsstücken aus dem Mp3-Player die 8tel-, bzw. die 16tel-Ebene auf dem Brustbein Hand-to-Hand tippeln.

Vocal-Percussion: Mit percussiven Silben (konsonantenbetont) rhythmisch zur Musik sprechen. Zum Beispiel "Dun-ze-Ka-ze-Dun-ze-ka-ze..." statt "1+2+3+4..." sprechen. Um noch percussiver zu klingen, den tongebenden Vokalanteil immer weiter wegnehmen und die Klänge ganz vorne an den Zähnen und Lippen entstehen lassen. Stellt Euch dazu den Sound eines Schlagzeugs vor: die Snarre, die HiHat, die Toms, die Bassdrum und die Crash-, Splash- und sandigen Ride-Becken. Hört und schaut Euch dazu die Technik von Dave WormWes Carroll Richard Filz – Julian Knörzer – und anderen Vocal-Percussionisten auf YouTube an. – Dave Worm benutzt eine Technik, die für sehr weiche, smoothe Sounds sorgt, was den Gesamtklang eines Acapella-Ensembles sehr entgegenkommt. Er erzeugt zum Beispiel den Snaresound, indem er implosiv kurz Luft einsaugt, wie ein Schwimmer beim Kraulen.


Rhythmuspyramide:
(in Anlehnung an Eddi Marrone – Die Rhythmik-Lehre, AMA-Verlag)

1. Lade Dir folgende mp3-Dateien hier aus meinem Internet-Archiv herunter. Die Mp3-Dateien legst Du dann in einen Ordner in Deinem Media-Player oder iTunes. Einen Ordner für das 45er Tempo und einen für das 60er Tempo.

2. Zuerst kannst Du alle mp3's einzeln üben. Erst im 45er Tempo, dann im 60er-Tempo: Mit den Füßen gehst Du die Beats (Viertelnoten-Schläge im linken Kanal): Rechts-Links-Rechts-Links... 

3. Die x-tolische Unterteilung der Beats (Congaschläge im rechten Kanal) sprichst Du als Silben (zB. "Di-dl-Da-dl") und tippelst die Silben mit den Händen (Hand-to-Hand) am besten auf Deinen Brustkorb oder auf Tischplatte oder Trommel. Bei Unsicherheiten gegebenenfalls pausieren, nur die Füße deutlich weiterlaufen lassen und nur zuhören (ganz Ohr sein), dann wieder beginnen, ganz leise zu sprechen und zu tippeln.

4. Du kannst eigene passende Silben entwickeln und musst Dich nicht an die vorgegebenen Silben halten – es sind nur Vorschläge.

5. Dann stellst Du die Wiedergabe auf "Titel im Ordner in zufälliger Reihenfolge abspielen" und "alle Titel im Ordner wiederholen" ein. Jetzt sollten die Rhythmen in immer wieder zufälliger Reihenfolge abspielen. 

6. Stell Dir dazu vor, es kommen auf einem Fließband hintereinander Torten. Auf den ersten Vier steckt ein Schild mit der Aufforderung: "Teile mich in 4 gleiche Stücke". Auf den nächsten Vier steht: "Teile mich in 3 gleiche Stücke". Dann kommen Vier mit der Aufschrift: "Teile mich in 6 gleiche Stücke" u.s.w. – Das ist sinnbildlich die Aufgabe, um die es hier geht.

7. Es reicht für den Anfang, wenn Du erst folgende Dateien in den Ordner legst und im zufälligen Wechsel übst (Füße+Sprechen+Hände).

1 Di
2 DiDa
3 Didela
4 DidlDadl
6 DideliDadeli 

8. Wenn die gut laufen (darüber dürfen Wochen und Monate vergehen) legst Du die restlichen nach und nach dazu oder variierst den Ordnerinhalt:

5 DidldiDadl
7 DidldiDadlDidl
9 DidelaDudelaDadela

9. Ziel ist es, alle geraden und ungeraden Viertelnoten-Unterteilungen (X-Tolen) im fliegenden Wechsel exakt mitzuspielen und das irgendwann auch ohne Hörkontrolle im rechten Kanal. Also nur noch mit dem Viertelnoten-Metronom im linken Kanal oder einem seperaten Metronom.


Improvisieren über Vamp-, Riff- und Rhythmus-Playbacks:

In der Musik, insbesondere im Jazz, bezeichnet ein Vamp eine mehrtaktige Schleife von Akkordwechseln, über die ein Solo gespielt oder improvisiert wird. Im Blues ist es oft eine typische Form von 12 Takten. Meistens ist es die gleiche Akkordstrecke, die auch dem Hauptmotiv des Stückes zugrunde liegt. Zum Beispiel All Blues – Miles Davis oder Footprints – Wayne Shorter oder Pat Metheny – The Truth Will Always Be oder Avishai Cohen – Toldedo

Mit Riffs bezeichnet man im Rock und Jazz ehr kleine Melodiethemen, Motive, Pattern, die sich rhythmisch zyklisch wiederholen. Dieses Repetieren von kleinen, oft nur eintaktigen oder halbtaktigen Formen, nennt man in der klassischen Musik auch Ostinato. Zum Beispiel DandandeDandandan oder Oregon – Castlewalk oder Roger Treece – Wailers oder E.S.T. – Streets By Feet

Hier gibt es eine Sammlung von loopfähigen Playbacks zum herunterladen:

Circlesong-Loops

Rhythm-Loops

Riff-Loops

Vamp-Loops


Über geloopte, also in Schleife abgespielte Vamps, aber auch Riffs und Rhytmuspatterns lassen sich folgende Improvisations-Übungen praktizieren:

1.
Zunächst nur mit einer Tonhöhe über den VAMP singend improvisieren. – Die gesungenen Töne können in der Phrasierung, wie Länge, Rhythmik, Sound oder Lautstärke variieren, nicht aber in der Tönhöhe.

Nach ein oder zwei Durchläufen mit nur einer Tonhöhe, eine zweite Tönhöhe mit hinzunehmen und mit diesen beiden Tonhöhen improvisieren.

Dann nach einiger Zeit weitere Tonhöhen einbeziehen. Dabei versuchen immer mal wieder deutlich zur ersten Tonhöhe zurückzukehren (tonales Gedächnis trainieren. Wie ein Schiff, das in See sticht und immer wieder zu seinem Heimathafen, seiner "Home-Note" zurückkehrt.

2.
Eine kleine Phrase, ein kleines Melodie-Motiv, vielleicht nur aus 3-4 Tönen bestehend, über den VAMP singen. Dieses Motiv über den VAMP verteilt wiederholen und etblieren.

Dann das Motiv beginnen zu variieren. – Vielleicht Töne hinzunehmen, wegnehmen, rhythmisch oder im Sound anders phrasieren. Zwischendurch oder zuletzt versuchen, wieder zum Ursprungs-Motiv zurückzukehren.

3.
Uneingeschränkt über den VAMP improvisieren. – Vielleicht hilft dabei auch das Bild von Seeanemone und Clownfisch oder vom spielenden Hund an der langen Leine. – Wie weit erkunde ich das Umfeld des tonalen Zentrums?


rhythmische Verzahnung (Kontrapunkt) trainieren:

Die Zentrale Übung für das Iniziieren und Praktizieren von Circlesongs ist die Pattern-Duett-Übung. Auch wieder zu finden auf der empfehlenswerten CD Flight von Rhiannon, einer langjährigen musikalischen Weggefährtin von Bobby McFerrin. Das Percussions-Playback eignet sich ideal, um zu Zweit oder in zwei Gruppen darüber mit eigenen wechselnden und im Idealfall kontrapunktisch angelegten Pattern zu circlen.

Eine weitere sinnvolle Übung, um kontrapunktische Verzahnung zu trainieren, ist das Singen in der Tradition der Pygmäen. – Die Pygmäen haben in ihrer Sprache kein Wort für Familie, sondern nur ein Wort für Gemeinschaft. Das zeigt vielleicht, wie sozial eng verbunden die Menschen eines Stammes dort sind. – Durch ihre besondere Art des Singens (Jelly = Jodel) wird diese Verbundenheit bekräftigt und zum Ausdruck gebracht: – Ein Sänger gibt nur ein paar kurze Töne, die aber rhythmisch exakt, immer an den gleichen Stellen in den Kreis. Weitere Sänger ergänzen den Circlesong mit anderen kleinen, rhythmisch verschobenen aber exakt wiederkehrenden Patterns, so dass sich ein Geflecht einer komplexen Rhythmik und Mehrstimmigkeit ergibt, obwohl jeder nur einen kleinen überschaubaren aber verlässlichen vokalen Beitrag leistet: Hörbeispiel Pygmäen-Circle – Übung: die Gruppe kennzeichnet durch gehen auf der Stelle einen gemeinsamen Beat. Der erste Sänger beginnt mit einem Pattern, dass nur aus ein paar kurzen Tönen in nur einer Tonhöhe besteht, idealerweise, wenn möglich in hoher Lage oder Kopfstimme. Die nächste Personen versucht in die Lücken hinein, mit wiederum möglichst kurzen Tönen in einer anderen Tonhöhe ein Pattern hineinzusingen, u.s.w. In einer großen Gruppe können sich mehrere Sänger zu einem synchronen Pattern zusammenschließen. – Als Variante kann mann diese Übung statt mit Stimme, auch mit Flöten, Boomwhackers oder Blasen auf Flaschen versuchen, um eine stabile Intonation der kurzen Töne zu gewährleisten.

Für das Trainieren des kontrapunktischen und des harmonischen Ineinanderschichtens und rhythmischen Verzahnens von kleinen Melodiephrasen und Groovepatterns zu ganzen Circlesongs bieten sich hervorragend sogenannte Looper an. – Looper sind Geräte, die auf Knopfdruck eine Tonaufnahme starten und bei einem weiteren Knopfdruck die Aufnahme beenden und sofort beginnen, lückenlos die Aufnahme immer wieder abzuspielen. – Singt man nun eine Phrase und drückt taktgenau (in Time), wiederholt (loopt) das Gerät die Phrase rhythmisch sauber. – Nun kann man weitere Phrasen auf die gleiche Spur aufnehmen und schichten (overdubbing) – bei einigen Geräten auch getrennt auf synchron laufenden Stereo-Spuren, so dass nach und nach ein ganzes Orchester, ein ganzer Chor, ein ganzer Circlesong entsteht. – Hier eine Liste von Geräten, mit denen ich in den letzten Jahren gearbeitet habe: Digitec JammanBoss Loopstation RC-50Helicon VoiceLive TouchVoiceJam-AppEveryDayLooper-AppAbleton Live Software


Studio- & Bühnen-Equipment:

MacBook Pro mit folgender Audio-Software:
Logic Pro – Tonstudio, Sequenzer, Notation, Effekte, Instrumente
Ableton Live – Musik machen, samplen, sequenen, loopen in Echtzeit
Band-in-a-Box – Erzeugt Übungs-Playalongs per Akkordeingabe. Sehr unübersichtliches Handling auf Mac und dort zu teuer.
Band-in-a-Box auf iPod als preiswerte und bedienungsfreundliche Alternative
GarageBand – Funktionell zwischen Logic und Band-in-a-Box angesiedelt. Der derzeitige Hit ist GarageBand auf dem iPad
Fission – Kleines Schneide- und Editier-Programm für schnelle Arbeiten ausserhalb der großen Programme. Auch MP3-Schitt möglich.
Audio Hijack – Kleines Mitschneide-Programm
Audacity – kostenlose Mehrspur-Alternative zu Fisson+Hijack
iTunes – bestes Musik-Archivierungs und -Abspielprogramm

iPod Apps:
StompVox – 1-Spur-Looper mit Gate-Reverb-Echo-Mixer-Effektkette
VoiceJam von TC-Helicon – genialer Mono-6-Spur-Looper für unterwegs. Effekte, wie Hardtune oder optional
Everyday Looper – Mono-4Spur-Looper, noch mal anders im Aufbau als der VoiceJam, kein Undo, aber wegen des Konzepts auch zu empfehlen.
VocaLive – Vocaleffekte mit Recorder für unterwegs.
iRig Mic spezielles Gesangsmikrofon u.a. für den iPod Touch mit Miniklinken-Adapter. Weniger feedbackanfällig und umgebungsgeräuschempfindlich als das eingebaute Mikro.
– Weitere aktuelle iPod-Apps für Vocal-Recording u.a. hier: Apps of the Week

Kompakt-Rack für Bühne Solo, Duo, bis Quartet:
- Dynamisches Gesangsmikro, Sennheiser e945
- Kondensator Funk-Mikro, Pronomic UHF-102 D
- Kleinmixer Behringer 1002 B
- TC Electronics M 350 – Reverbs für angenehme weiche Hallfahnen
- TC Helicon VoiceLive Touch – Looper und hochwertige Vokaleffekte
- InEar Funk, LD-Systems MEI 100-X in Verbindung mit SHURE SE215 In-Ear-Hörer mit sehr guter Passform, Schallisolierung, Akustik und Preis-Leistungs-Verhältnis.

Beschallung:
- Altec Lansing MX5021 – Aktiv-Lautsprecher für Studio-Beschallung
- Harman Kardon Go &Play – eigentlich ein tragbarer HiFi-Player, den ich wegen seinem warmen Sound mit selbstgebauten Füßen zum schräg nach oben gerichteten Floor-Monitor umgebaut habe.
- LD Systems Dave 8XS – sehr warm und weich klingende 27kg-Aktiv-PA für Publikum-Beschallung


Markus Stockhausen:

Auf der Internetseite www.intuitive-music-and-more.com
von Markus Stockhausen gibt es sehr schöne Übungsanregungen von Stephanie Lepp für die eigene Gehörbildung und für das selbstverständlichere Musizieren und Improvisieren miteinander:

– Vor- und Nachspielen sowie Erkennen von Intervallen, Dreiklangsumkehrungen und verschiedensten Skalen (z. B. Kirchentonleitern, Ganztonleiter, Achttonleiter) usw. durch allerlei Tonarten > Skalenübersicht

– Nachspielen von Tönen, zuerst im Quintraum, dann im Oktavraum (alle zwölf Halbtonschritte) – die Töne sollen intuitiv so schnell wie möglich getroffen werden

– zwei Spieler improvisieren Intervalle, abwechselnd verändert jeder jeweils einen Ton – (ein dritter gibt die Namen der Intervalle an)

– die Gruppe spielt langsam Intervalle nach und hält jeden Ton lange aus, dieser dient jeweils als Grundton für einen weiteren Musiker, der in einer bestimmten Skala (z. B. in dorisch) darüber improvisiert. Kaum fühlt sich der Improvisierende in einer Tonart „sicher“, wird der Grundton gewechselt

– Nachspielen verschiedenster Patterns innerhalb einer bestimmten Skala

– tonale Improvisation innerhalb einer bestimmten Skala

– Duo: Start in einer vorgegebenen Skala, jeweils ein Spieler verändert einen Ton, auf den der andere reagieren muss. So entstehen immer wieder neue Skalen, die man „durchwandert“.

– motivisch: auf ein bestimmtes Motiv eingehen, es verändern, erweitern, umkehren, etc.; wichtig: Kommunikation aufbauen, sich in den anderen „hineinversetzen“

– freie Gruppenimprovisation mit Einschränkung: z. B. sollen nie mehr als drei Musiker gleichzeitig spielen (bewusst einsteigen – bewusst pausieren)

– rhythmische Variationen: z. B. Synkopen, Triolen, Quintolen, usw. einbauen – mit rhythmischen Mitteln einen Spannungsbogen gestalten

– Improvisation im seriellen Stil – alle zwölf Töne sind gleichwertig und sollen möglichst gleich oft vorkommen

– mehrere freie Improvisationen nacheinander im Kontrast

– Solo: modulieren – Mischung aus tonalen und atonalen Feldern, durch verschiedenste Tonarten „spazieren“ gehen, „chamäleonartig die Farben wechseln“, sich nicht festlegen

– Duo: Wie fließt die Energie? den anderen unterstützen, Impulse geben, – dem Partner Raum geben – auf formalen Ablauf achten

– „Minimal Music“, Verschachtelung / Überlagerung von kurzen Motiven, sich nach und nach in den musikalisch Fluss begeben

– Stille an der richtigen Stelle = Musik

– Improvisation mit Klangfarben, „wie ein abstraktes Gemälde“ – Effekte, Luftgeräusche, perkussives Spiel, etc. immer feinfühlig bleiben, auf Ästhetik achten.

– „fliegen“ und „landen“ innerhalb eines Akkordschemas – sich davon lösen und auf betontem Schlag wieder auf einem Akkordton „landen“


Bobby McFerrin, Stimmenwerkstatt Lörrach, 2007:

Try this experiment with yourself: Take a step and sing. And than, when you become frighten step back and stop. But everytime you step forward, is like you step into a stream. ... And everytime you step forward, you sing something different. Something completly different. Just try it. Five seconds. Ten seconds. Till you're empty. Try it. Step in – step out – see what happens.

I think everyone in this room should find a piece of music and explore it and make a solo piece out of it. It's not as difficult as you think. You don't have to use my technic. You find your own. What this does, is free you from having to depend on anyone else to be with you when you want to sing.

How many singers excuse themselves from practising, because their pianist is late. Or the bassplayer or the drummer has not arrived yet to play. As a singer, your instrument is with you, all the time.

My first solo piece was a pice by Joan Armatrading, called "Opportunity". And I would practise it as I walked down the street, walking to the store – walking to the bank.

Practise slowly. Take the piece in parts. Learn the bassline. Figure out the harmony parts. – Try it. – It might take you a week – might take you a day – might take you a month – might take you a year. – But take a piece – and try it. See what happens. –

Es kursiert die Anekdote, dass John McLaughlin in seinen Anfangsjahren morgens an einem Motiv mit Tempo 30 bmp begonnen hat und abends mit Tempo 300 bpm aufgehört hat (Anmerkung des Blogautors).

I had a few people asked me today by "what do I do in my 10-minute-impro?" – It startes with one note. – And you add another if you want. – And a third if you want. – And a fouth if you want.

You only sing one note. Just one. You had to stay on the same note. And I will hold up another finger when I want you to add another note. When I want you to add another note, you keep add another one. But until than, you can stay with one. I would give you permission to add another one. So you can only stay on two. You have to play with two notes. – And maybe I will let you add a third.

Settling and finding your pitch. Everytime most of them change the sound, there pitch change. But each note is valuable. Each sound is valuable. Explored, stay with it. Don't be in such a hurry to leave it. – Play with it. – Be there. – Just be there without mode for a while. – It‘s a good idea.

Lots and lots and lots of singing. Lots of practise, that's it. That's about the simplest answer that I can give, but it's true. – To me pitches are like a memory. And you train your memory, what those pitches are. Concentration, that allowed to do it.

What's the first question you chose to think of, when you begin to improvise? – Actually my question is: – "What is it?" – yeah, what is it? You know, you start to sing and my question is "oh, what is it?" – And so, I hold it up whatever this is that I'm playing with. I hold it up and I examine it. ... hm ... what is it? ... there are three notes! ... hm ... what is it? ... there are three notes! ... what I'm gonna do with it? ... ha ...

I mean after all, your first note is like home. And than the next notes are a journey to some other place. And than you finally arrive. So think of your 10-minute-exercises as the first note is home, the last note is a new place."


Weitere Seth-Riggs-Übungen für Fortgeschrittene:

Riggs05 nej BridgeLine
Riggs06 nej RiggLine
Riggs07 mom BridgeLine
Riggs08 mom RiggLine
Riggs09 oh RiggsLine
Riggs10 oh BridgeLine
Riggs11 eh ZigzagLine
Riggs12 uih DownLine
Riggs13 wih RiggLine
Riggs14 mui
Riggs15 mui RiggLine
Riggs16 mui-stop RiggLine
Riggs17 mh RiggLine
Riggs18 mmmh RiggLine
Riggs19 mh ZigzagLine
Riggs20 mmoh BridgeLine
Riggs21 ah ZigzagLine
Riggs22 oah WaveLine
Riggs23 uoh BridgeLine
Riggs24 aah RiggLine
Riggs25 iuah BridgeLine
Riggs26 uah DownLine
braise a boney – As I walked out in the streets of Lorado
House of rising sun – Oh Shenendoah I long to hear you


Weitere Übungen folgen hier sukzessive




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